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Grub2: Spezielle Probleme auf DualBoot-Systemen

Auf einem Rechnersystem mit mehreren Betriebssystem kann es zu Störungen des von openSUSE als Standard benutzen Bootloaders Grub2 kommen.

Die Schuldfrage lässt sich hier nicht eindeutig klären, jedoch bevorzugt z.B. Windows Einstellungen, die immer daraufhin zielen, eine Exklusivnutzung dieses Betriebssystems zu erzwingen.

Die Standardeinstellungen der openSUSE-Installation für den Bootloader rechnen zwar durchaus mit mehreren Betriebssystemen, aber eben nicht mit der Gemeinheit von Windows.

Bootloader nicht mehr da / Kann openSUSE nicht starten

Fehlerbeschreibung

Das System bootet direkt in ein anderes Betriebssystem und zeigt das Auswahlmenu von Grub2 nicht an.

Ursache

  1. Ein anderes Betriebssystem hat den Bootloader von openSUSE überschrieben.
  2. Der Boot erfolgt nicht mehr aus der ROOT-Partition, sondern aus dem MasterBootRecord (MBR).
  3. Windows hat den MBR überschrieben und das Aktiv-Flag ist für die Windows-Partition gesetzt.

Lösung

Für dieses Problem gibt es weit mehr als einen Ansatz über finstere Konsolen und umfangreiche Rettungsysteme.

Ich wähle aber einen relativ einfachen und auch für Nutzer mit weniger Konsolenerfahrung gangbaren Weg:
Mit dem Betriebssystem, welches gestartet wurde, surft man einfach zur folgenden Adresse: Super Grub2 Disk
Auf dieser englischsprachigen Seite finden sich alle Details und Links zur Dokumentation von Super Grub2.

Auf der Downloadseite je nach Kenntnisstand/Medium eine Version herunterladen und und auf das entsprechende Installationsmedium schreiben/brennen.

Den Rechner neu starten und dafür sorgen, dass er vom eben hergestellten Boot-Medium bootet.
Super Grub2 zeigt nun verschiedene bootbare Partitionen an, oder, wenn vorher bereits ein Bootloader installiert war, die Option zur Anzeige der Booteinträge dieses Loaders.

Es gilt also den richtigen Eintrag für das openSUSE-System zu finden/auszuwählen und schon bootet dieses System.

Einmal in openSUSE angekommen, muss nun nur noch der System-Bootloader wieder hergestellt werden, was sich sehr einfach und zuverlässig mit YaST2 erledigen lässt.

Nach dem Start von YaST2 aus dem Abschnitt System das Modul Bootloader auswählen und warten (je nach Menge der Festplatten/Speichergeräte/Netzlaufwerke kann die Wartezeit etwas variieren) bis sich folgendes Fenster geöffnet hat (Zum Vergrößern auf das Bild klicken!):

Alle Checkboxen sollten zur Fehlerbehebung so wie im Screenshot gesetzt werden und anschließend kann mit OK die Speicherung und das Schreiben des Bootloaders eingeleitet werden (auch das kann manchmal etwas dauern, aber bitte nicht abbrechen!).

Jetzt bootet das System beim nächsten Neustart wieder mit Grub2.

Ich empfehle das hier entstandene Bootmedium aufzuheben ;-)

Folgen und Auswirkungen

Das setzen des Aktiv-Flags in den Bootloader-Optionen kann dazu führen, dass ein ebenfalls installiertes Windows 10-System Updates nicht mehr installieren kann (siehe:Windows 10: Updates können nicht installiert werden).

Einstellungen für den Betrieb mit Windows 10

Damit ein ebenfalls auf dem Rechner installiertes Windows 10-System korrekt funktionieren und seine autopmatischen Updates empfangen kann, darf die Checkbox Aktiv-Flag in Partitionstabelle für Bootpartition setzen nicht gesetzt werden und der Bootvorgang muss aus dem MasterBootRecord erfolgen, da sonst Grub2 nicht geladen werden kann (siehe:Windows 10: Updates können nicht installiert werden).

suse/dualbootgrubconfig.txt · Zuletzt geändert: 2017/01/07 15:01 von thefan1968